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DOJO MERSEBURG / LEUNA / BAD LAUCHSTÄDTFrancisco Candido Soares und Thomas Friedrich
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Presseartikel der MZ, Lokalteil Merseburg-Querfurt

Dynamisch legt Matthias Tolonitz seinen Gegener aufs Kreuz. Doch wichtiger
als Kampftechniken ist beim Shorai-Do Kempo die Einschätzung der Situation -
im Zweifelsfallrennen die Sportler lieber weg.
MZ-Foto: Hugo Kittler
| Shorai-Do Kempo | ||
| Wenn Gefahr droht, rennt man besser weg Merseburger fahren zur Kampfsport-Weltmeisterschaft |
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| Von unserem Mitarbeiter Gero Hirschelmann Halle/MZ. Shorai-Do was? Shorai- Do Kempo. In Japan? Nein, mitten in Merseburg. Stolze 87 Mitglieder hat der hier ansässige Kampfsport- Verein, und jede Woche werden es mehr. Matthias Tolonitz, 21-jähri- ger BWL-Student und Kassierer des Vereins, teilt fleißig Aufnah- meanträge aus, vor allem an streit- bare Jungen. Doch auch viele Frau- en "von sechs bis 66" nehmen am regelmäßigen Training teil, fällt Frank Neumann ein, 19-jähriger Student der Politikwissenschaft und Schriftführer. Im Januar dieses Jahres wurde der Shorai-Do Kempo Dojo e.V. gegründet, vorher übten die Sportler in einer halleschen Gruppe. dynamisch und immer wieder veränderbar." FRANK NEUMANN KAMPFSPORTLER Seit knapp zehn Jahren sind die beiden Freunde der Faszination fernöstlicher Kampfkunst erlegen. Lohn für harte Übungs-Einheiten ist die Einladung zur Weltmeister- schaft nach Althengstedt bei Stutt- gart. Am 14. und 15. Oktober tref- fen hier die besten Vertreter so un- terschiedlicher Sportarten wie Taek-Won-Do, Karate und eben Shorai-Do Kempo aufeinander. Matthias, Träger des grünen Gür- tels, rechnet sich Chancen auf eine gute Platzierung aus. Frank, der leider verhindert ist, gibt sich auch |
zuversichtlich: "Wenn er nicht ge- rade einen Kickboxer als Gegner erwischt, sieht es gut aus." Auslöser für die Kampfsport-Be- geisterung war 1991 ein kleiner Artikel in der Mitteldeutschen Zei- tung. Ein Verein aus Halle mit Zweigstelle in Merseburg lud zum Probetraining ein. Frank war da- mals von der unheimlichen Ruhe fasziniert: "Alle hockten mucks- mäuschenstill am Boden und rühr- ten sich nicht." Diese Fähigkeit zur Konzentration kannte der begeis- terte Leichtathlet und passionierte Schlittschuhläufer von anderen Sportarten nicht. Auch Matthias meint."Shorai-Do Kempo geht weit über bestimmte Griffe oder Würfe hinaus. Ich habe nicht nur Vertei- digungstechniken gelernt, sondern auch Körperbeherrschung und Selbstvertrauen. Außerdem bin ich viel ausgeglichener geworden." Die beiden beschreiben ihren Sport als Mischung aus verschiedenen anderen Arten der Kampfkunst. Die Falltechniken kommen aus dem Judo, die Beinarbeit ist aus dem Shotokan geliehen, die Hand- arbeit aus dem Karate und einige Fußtritte aus dem Taek-Won-Do. Genau diese Vielseitigkeit mache auch den Reiz aus. Aus einer mehr als 1 000-jährigen Tradition entwi- ckeln die heutigen Lehrer immer wieder neue Stile. "Shorai-Do Kempo ist nie fertig. Der Sport ist sehr dynamisch und jederzeit ver- änderbar," sagt Frank. Das Training beschränkt sich dabei nicht auf die Vermittlung techni- scher Abläufe. Vielmehr, gehe es |
auch darum, kulturelle Hinter- gründe - der Sport kommt ur- sprünglich aus dem japanischen Okinawa - und Hintergründe zu vermitteln. Da kann es schon ein- mal passieren, dass die Schüler auf der Matte nicht kämpfen, sondern sich gegenseitig Bücher vorlesen. oft auf meine Ruhe angesprochen worden." MATTHIAS TOLONITZ KAMPFSPORTLER Übersetzt heißt Shorai-Do Kempo "Auf dem Weg in die Zukunft mit Kampfkünsten". Führer auf diesem Weg sind die ehrfurchtsvoll Meis- ter genannten F. Candido Soarez, ein aus Angola stammender Che- miker, der 1999 in St. Petersburg Vize-Weltmeister wurde, und Thomas Friedrich. Sie lehrten ih- ren Schülern auch den ersten Grundsatz im Falle eines Streites, der zu eskalieren droht: "Wenn Ge- fahr droht, rennt man besser weg." Matthias und Frank spielen sich nicht wie Bruce Lee auf. Obwohl sie es perfekt können, wollen sie sich nicht prügeln, höchstens bei Weltmeisterschaften und anderen Wettkämpfen. Wichtigster Effekt des Trainings ist dann für Matthias auch kein spektakulärer Schlag, sondern eine innere Wandlung: "In der Schule bin ich oft auf meine fast schon sprichwörtliche Ruhe ange- sprochen worden." |
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