Brief von Soke Heinz Köhnen an die Mitglieder unseres Vereins


 


Liebe Mitglieder des Shorai Do Kempo e.V.,

einige von Euch kennen mich von Lehrgängen, doch leider ist bei den Lehrgängen nicht immer die Zeit alle Fragen zu beantworten und Informationen weiterzugeben. lch möchte deshalb auf diesem Weg einige Informationen übermitteln, die für Euch sicher von Interesse sein werden.

Zunächst einmal weise ich auf ein neues Informationsmedium hin, das "GENDO-BOARD(FORUM)". Vielleicht habt Ihr ja etwas gehgehört, vielleicht aber auch nicht. Egal, wendet Euch bitte an Shihan W.0. Dexbach, der Euch hier bestimmt gerne weitere Informationen geben wird. Die Menge Informationen weiterzugeben, die für das Verstehen der Kampfkünste erforderlich sind, würde den Rahmen der Rundschreiben sprengen und derart hohe Kosten verursachen, dass dies nicht mehr in einer Relation stehen würde.

Das "GENDO-BOARD"(FORUM) wurde geschaffen, um Euch, den Schülern in den Kampfkünsten der Weg zu erleichtern und sachgerechte, objektive und wahre Informationen über die Kampfkünste zu vermitteln, dies auch, um Falschinformationen etc. zu vermeiden.

Hier vielleicht noch etwas, was Alle einmal zum Denken anregen sollte:

1993 lernte ich bei einem Turnier in Zürich einen Dojoleiter des Shorai-Do Kempo, Gerd Richter aus Wittenberg, der sicher Allen bekannt sein dürfte, kennen. Er war hier mit einer Mannschaft von Kinder beim Turnier vertreten. Das Auftreten, Können, Disziplin und Etikette dieser Kinder hatte mich tief beeindruckt und ich hatte den Wunsch, den Sensei kennenzulernen, der dies lehrte und vermittelte.

So entstand dann der erste Kontakt mit Shihan W.0. Dexbach. Nach mehreren telefonischen Gesprächen, bei denen schon klar wurde, dass ich hier einen Meister in den Kampfkünsten kenngelernt hatte, der mit meinen Grundsätzen und Prinzipien überein stimmte. Dies wurde dann durch das persönliche Kennerlernen nur noch bekräftigen.

Die Disziplin und Etikette, sowie das Niveau, dass dieser Meister vermittelt hatte und die Lernbereitschaft und Liebe zu den Kampfkünsten, die ich bei den Mitgliedern des Shorai Do Kempo antraf, gaben nur wieder Motivation. Dazu muß ich anmerken. daß meine Motivation im für viele damals in den neuen Bundesländern "goldenem Westen" praktizieren der Kampfkünste auf einen Nullpunkt gesunken war. Auf den Nullpunkt deshalb, weil hier bei uns im Westen die Kampfkünste nicht mehr der Tradition wegen ausgeübt wurden, sondern nur noch Geschäft, Wettkampferfolge, Befriedigung von Profilneurosen usw. dienten und Neid, Missgunst und Profithascherei, sei es finanziell oder in Bezug auf Prüfungen, Lizenzen auf Funktionärsposten Vorrang hatten. Viele gut qualifizierte Lehrer haben deshalb vorgezogen nicht mehr zu unterrichten. Sie haben Leute, die weder beruflich noch anderweitig jemals einen bestimmten Status erreicht hätten durch das Vermitteln der Techniken in den Kampfkünsten hochgezogen und als Dank dann nicht etwa Loyalität, Treue usw. erhalten, wie es ja normalerweise in den Prinzipien von Gima und Giri in den Kampfkünsten üblich ist, nein, Intrigen und Neid führten zu Absplittungen und Zerfall von Schulen und Verbänden.

Wer sich noch an meine Rede und die Wahrung bei meinem ersten Besuch beim Fight to Fight erinnern kann, wird sich bestimmt auch noch daran erinnere, dass ich vor diesen Dingen bei Euch gewarnt habe. Nur verhindern kann man derartige Dinge wohl nicht, man sollte nur wachsam sein und die alten Werte erhalten, sonst haben die Kampfkünste keinen Bestand.

Es liegt vermutlich in der Natur der Sache, dass es immer Leute gibt, die, wenn Sie einmal flügge geworden sind, der Meinung sind, nun Alles können, Alles besser zu wissen und dass man ihnen nichts mehr vermitteln kann. Doch dies alles ist, wie es sich bisher immer gezeigt hat, ein Trugschluss. Als junger Mensch hat man vielleicht einen leistungsfähigen Körper, lernt schnell usw., doch eine Sache hat man noch nicht erreicht, Weisheit und Lebenserfahrungen.

Weisheit, Lebenserfahrung, eine Strecke des Weges im Leben schon gegangen zu sein, dies sind wichtige Aspekte, denn da, wo viele Leute erst hinkommen, was viele noch vor sich haben, dies liegt hinter den "alten Meistern", an diesen Schwellen des Lebens haben sie schon gestanden, dies sollte man nicht vergessen.


Ich hoffe, dass gerade die Mitglieder des Shorai Do Kempo, die mir vor einigen Jahren neue Hoffnung und Motivation gegeben haben, dass es doch noch Budoka gibt, mich hier nicht enttäuschen. Denn nicht nur ich wäre hiervon enttäuscht, auch Euer Shihan Dexbach und Alle, die an Euch und die Werte des Budo glauben.

Heinz Köhnen
- Soke -



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