Shorai Do Kempo Ryu Dojo Bad Wildungen/Bonn
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Schriftliche Arbeit zum 1. Dan Shorai Do Kempo Ryu
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Verfasser: Sensei: Datum: |
Carsten Kowitsch Harald Claudius Bogunski 20.1.2005 |
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Hagakure
Das Buch des Samurai
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Inhaltsverzeichnis |
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1. |
Einleitung........................................................................................................... |
3 |
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2. |
Die Entstehung des Buches.............................................................................. |
3 |
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2.1 |
Informationen über den Autor............................................................................ |
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2.2 |
Gesellschaftliche Umstande zum Zeitpunkt der Entstehung.............................. |
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3. |
Der Inhalt von Hagakure................................................................................. |
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3.1 |
Aufbau des Werkes............................................................................................. |
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3.2 |
Anwendbarkeit der Erkenntnisse im 21. Jahrhundert......................................... |
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4. |
Schlussfolgerung............................................................................................... |
9 |
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5. |
Anhang............................................................................................................... |
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6. |
Literaturverzeichnis......................................................................................... |
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Einleitung
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Buch "Hagakureg, dass Yamamoto Tsunetomo als Leitfaden für den aufrichtigen japanischen Krieger (bushi) vor circa 300 Jahren verfasste. Für die Bearbeitung der Thematik wurde die deutsche Übersetzung "Hagakure " Das Buch des Samuraig von Fukai Kenzo verwendet, die im Jahr 2002 in der Droemerschen Verlagsanstalt in München erschienen ist.
Fukai erklärt im Vorwort, dass er in dieser Übersetzung die 300 Auszuge des Originals vorstelle, die er als den Hauptteil des insgesamt über 1300 Sentenzen umfassenden "Hagakureg empfinde. Laut Fukai stimmen sie mit den Auszügen der meisten anderen Übersetzungen überein. Weiter erläutert er, dass er einige Abschnitte zusätzlich auswählte, weil sie ihm als wichtig und interessant für den westlichen Leser erschienen. Die vorgestellten Auszuge wurden aus allen Kapiteln des Originals entnommen. Nur Kapitel 5 wurde aus inhaltlichen Gründen ausgelassen.
Die Übersetzung von Fukai Kenzo basiert auf einer Kopie des Originals, dem sogenannten Mochiki Nabeshimake Hon, da das ursprüngliche Manuskript nicht mehr existiert. Neben dieser Kopie gibt es noch eine Reihe anderer Abschriften, die sich inhaltlich jedoch nur leicht voneinander unterscheiden.
Im Folgenden werden Informationen über die Entstehung des Buches des Samurai thematisiert, wobei dem Autor und seinem gesellschaftlichen Umfeld große Bedeutung zukommt. Hierbei ist die Frage zu diskutieren, weshalb Yamamoto Tsunetomo in einer Phase des langen Friedens in der japanischen Geschichte seinem Begleiter das kriegerisch geprägte "Hagakureg diktierte. Anschließend wird die Philosophie des Buches thematisiert. Das Hauptaugenmerk der Betrachtung liegt auf den Aussagen des Kriegerleitfadens und ihrer Aktualität in der heutigen Gesellschaft. Abschließend wird in der Schlussfolgerung ein Fazit der Untersuchungen gezogen.
Die Entstehung des Buches
1.1 Informationen über den Autor
Wie bereits in der Einleitung erwähnt wurde, hieß der Autor Yamamoto Tsunetomo. Er wurde im Jahr 1659 in der Provinz Saga auf der Insel Kyushu geboren. Dieses Furstentum wurde vom Nabeshima-Klan regiert. Es gehörte nach der Schlacht von Sekigahara (1600 n. Chr.), in der Tokugawa Ieyasu den Sieg davon trug und Japan nach einer langen Zeit des Burgerkrieges einte, zu der tozama-Kategorie. So wurden lokale Machthaber bezeichnet, die sich erst nach der Niederlage von Sekigahara dem späteren Shogun Tokugawa Ieyasu unterwarfen. Tozama-Fürsten standen unter strenger Beobachtung durch die Militärregierung, da sie Aufstande des lokalen Militäradels befürchtete. Die Provinz Saga wurde von 1657 bis 1700 von Nabeshima Mitsushige regiert. Im Alter von neun Jahren wurde Yamamoto als Page des Fürsten Mitsushige eingestellt, dem er in verschiedenen Funktionen sein Leben lang diente.
Yamamoto Tsunetomo wurde von verschiedenen Personen in seiner Denkweise beeinflusst. So entstand eine Verbindung zum Zen-Buddhismus durch seine Bekanntschaft mit dem buddhistischen Mönch Tannen. Konfuzianische Sichtweisen lernte Yamamoto durch Gespräche mit dem Gelehrten Ishida Ittei kennen, der für mehrere Regenten des Nabeshima-Klans als Berater tätig war.
Als sein Herr Nabeshima Mitsushige am 16.5.1700 starb, verspurte Yamamoto Tsunetomo als treuer Gefolgsmann den Wunsch, seppuku (Selbstentleibung) zu vollziehen. Im Kriegerstand bewiesen Gefolgsleute ihrem Herren Loyalität und Treue, indem sie ihm aus Trauer in den Tod durch junshi (Selbstentleibung als Totengeleit) folgten. Aufgrund eines strikten junshi-Verbotes des vierten Tokugawa-Shoguns Ietsuna aus dem Jahr 1663 war Yamamoto Tsunetomo der Gefolgstod jedoch untersagt.
Tokugawa Ieyasu regierte Japan als Shogun ab dem Jahr 1603. Durch eine strenge Militärregierung (bakufu) gelang es ihm, Frieden im zerstrittenen Inselreich herzustellen, das sich zuvor über hundert Jahre wahrend der Sengoku-Periode im Burgerkrieg befand. Wahrend der langen Friedensphase, die bis zur Öffnung Japans im Jahr 1868 andauerte, gab es für die bushi keine Möglichkeit, ihrem Mut und ihrer Loyalität auf dem Schlachtfeld durch einen ehrenvollen Tod Ausdruck zu verleihen. Die suchten andere Gelegenheiten zum Beweis von Treue zu ihrem Herrn und fanden sie im Totengeleit. Aus diesem Grund häuften sich junshi-Falle zu Beginn der Tokugawa-Zeit, wobei es zu regelrechten Massenentleibungen kam. Die Tokugawa-Regierung sah sich aus diesem Grund veranlasst, der in ihren Augen sinnlosen Vergeudung von Leben Einhalt zu gebieten. Im Jahr 1663 erfolgte ein striktes Verbot des Gefolgstodes, das bei Zuwiderhandlung harte Strafen nach sich zog.
Yamamoto Tsunetomo setzte sich nach dem Tod seines Herrn Nabeshima Mitsushige nicht über dieses junshi-Verbot hinweg. Er kam zu dem Schluss, dass es von größerer Loyalität zeugte, den Befehl seines Herrn zu befolgen, der seinen Vasallen ebenfalls verboten hatte, ihm in den Tod zu folgen. Stattdessen quittierte er den Dienst und wurde im Alter von 42 Jahren ein buddhistischer Mönch. Yamamoto Tsunetomo lebte daraufhin zuruckgezogen in einer kleinen Hütte in der Nahe des Schlosses Saga.
Ab dem Jahr 1710 besuchte Tsuramoto Tashiro, ein junger Angehöriger der Kriegerkaste, den Mönch Yamamoto regelmassig. Er war in seiner früheren Funktion Schreiber und dokumentierte seine Gespräche mit Yamamoto Tsunetomo. Im Jahr 1716 wurden Yamamotos Äuserungen, die er Tsuramoto diktiert hatte, zu einem Buch zusammengefasst. Es erhielt den Titel "Hagakureg. Auf deutsch bedeutet dies "von Blattern verborgeng.
Offenbar hatte Yamamoto Tsunetomo nicht die Absicht, sein Werk der Öffentlichkeit zur Verfugung zu stellen. Er sprach sich im Vorwort für die Vernichtung des Buches aus. Drei Jahre nach der Fertigstellung seines Werkes starb der Autor im Alter von 61 Jahren. Nach Yamamotos Tod ging das Buch in den Besitz des Nabeshima-Klans über.
2.2 Gesellschaftliche Umstande zum Zeitpunkt der Entstehung
Das Werk "Hagakureg entstand, wie bereits erwähnt, in der Tokugawa-Zeit. Sie war durch einen lang anhaltenden Frieden gekennzeichnet. Die einzigen Schlachten entstanden durch die vereinzelte Niederschlagung von Aufstanden. Zu Kriegen kam es nicht, da die Tokugawa-Shogune durch ihre strenge Militärverwaltung die Kontrolle über das gesamte Land besaßen. Dies bescherte Japan einen Frieden, der circa 250 Jahre andauerte.
In der Tokugawa-Zeit erfolgte die exakte Ausformulierung der Kriegerethik bushido, die bereits in den vorangegangen Jahrhunderten entstanden war. So wurden zu Beginn des 17. Jahrhunderts äußerst strenge Regeln für die Verhaltensweisen eines Kriegers festgelegt, der sich nicht mehr nur im Kriegshandwerk, sondern auch in bildenden Künsten üben sollte. Es wurde von bushi erwartet, dass sie sich neben dem Üben der Kampfkunst unter anderem auch dem Studium des Buddhismus, der Kalligraphie und der Dichtkunst widmeten. Besonders der Zen-Buddhismus hatte großen Einfluss auf die Kriegerethik, da er Meditation, Selbstdisziplin und Selbstzucht als wichtigste Merkmale aufwies. Vor allem durch das Studium dieser Lehre entwickelte der Schuler eine Todesverachtung, die nach dem bushido jedem Krieger zu eigen sein musste.
Unter der Tokugawa-Herrschaft festigten sich das Vierständesystem der japanischen Gesellschaft. Es bestand aus Kategorien für Bauern, Kaufleute, Handwerker und Krieger. Die bushi befanden sich selbstverständlich an der Spitze der Hierarchie und genossen das beste Ansehen. Es ziemte sich nicht für einen Krieger mit Geld in Berührung zu kommen, weshalb sie von ihren Fürsten mit Reis entlohnt wurden. Da ihnen der gewerbliche Handel verboten war, übten sie in den meisten Fallen für administrative Tätigkeiten im Verwaltungsapparat des bakufu aus. Wie an diesen Aufgaben zu erkennen ist, entfernten sich die bushi zunehmend von ihrem eigentlichen Kriegshandwerk, für das in der Friedensphase keine Verwendung mehr bestand. Aus diesem Grund verweichlichten viele der Krieger und verloren ihren Kampfgeist. Nach und nach wurde die alte Tradition vernachlässigt.
Erschwerend zum Verfall der Sitten kam hinzu, dass viele bushi im Zuge der aufkommenden Wirtschaft verarmten. Es war ihnen untersagt, Geld zu benutzen oder Handel zu treiben. Diese Dinge waren nicht standesgemäß. Durch den lang anhaltenden Frieden konnte sich der Handel jedoch ausdehnen und viele Geschäftsleute kamen in dieser Zeit zu großem Reichtum. Dies führte dazu, dass viele Krieger ihre Herkunft verleugneten, ihre Schwerter ablegten und so zum Traditionsverfall beitrugen. Sie versuchten auf diese Weise ihre Familien und sich zu ernähren. Andererseits gab es Händler, die aufgrund ihres Reichtums in die Kriegerkaste aufsteigen konnten und denen das tragen von Schwertern erlaubt wurde. In den Augen der bushi, die in ihren Stand hineingeboren wurden, war dies natürlich ein schwerer Bruch mit der Tradition.
3. Der Inhalt von Hagakure
Mit dem Hintergrundwissen, in welcher Zeit das Werk entstand, versteht man, weshalb der Autor Yamamoto Tsunetomo eine Art Verhaltensleitfaden für den japanischen Krieger verfasste. In einer Zeit der politischen Stabilität und des Friedens vergasen viele bushi die ursprünglichen Aufgaben ihres Standes und somit auch das korrekte Verhalten eines Samurai. Der Autor versuchte, die Angehörigen der Kriegerkaste wieder auf den richtigen Pfad zurückzuführen, indem er die wahren Tugenden eines bushi darstellte und Zögerlichkeit sowie Feigheit im Angesicht des Todes verurteilte. Yamamoto Tsunetomo ist folgender Überzeugung: "Es heist, jeden Tag so zu leben, als wäre man schon tot, ist der Pfad der Wahrheitg (Yamamoto 2002: 187).
Mit Hilfe dieser Einstellung ist es dem Krieger möglich, seinen Mut in der Schlacht zu zeigen, indem er sich todesmutig auf seinen Feind stürzt. Auch im Augenblick der Niederlage wird der bushi keine Angst vor dem Tod haben, da er sich bereits sein gesamtes bisheriges Leben mit dem Tod beschäftigt hat. Wenn er jeden Tag so lebt, als wäre es sein letzter, wird seine Leistungsfähigkeit im Zweikampf nicht von Angst getrübt, und er kann so sein volles Potential an kämpferischem Können und mentaler Überlegenheit ausschöpfen, um seinen Gegner zu besiegen. Auf diese Weise kann er seinem Herrn am besten dienen. Dies verdeutlicht Yamamoto durch eine Geschichte über Tokugawa Ieyasu.
Nachdem Fürst Ieyasu eine Schlacht verloren hatte, sagte man: "Ieyasu ist ein tapferer General. Von seinen Soldaten starb nicht einer mit dem Rucken zum Feind. Alle blickten ihrem Tod bis zuletzt ins Augeg. Mit welcher Einstellung ein Krieger lebt, lasst sich daran erkennen, wie er stirbt. (Yamamoto 2002: 92)
Yamamoto Tsunetomo kritisiert den Werteverfall des Kriegerstandes vor allem anhand von Beispielen von seppuku-Ritualen und Hinrichtungen von Verbrechern. Obwohl es für junge Männer eine Ehre sei, als Sekundant bei der rituellen Selbstentleibung zu fungieren, wurden sie neuerdings Ausreden erfinden, um von der Aufgabe erlost zu werden. Die Tatsache, dass der Mut der Männer im Vergleich zu früheren Zeiten gesunken ist, sei daran zu erkennen, dass kaum ein Sekundant in der Lage ist, den Kopf des sich Entleibenden sauber abzutrennen.
Vor dem 17. Jahrhundert war es üblich, dass Kinder bereits an Tieren und an Gefangenen die saubere Enthauptung übten, um spätestens im Alter von 15 Jahren in der Lage zu sein, eine Hinrichtung ordentlich durchzuführen. Nach Yamamoto ließen bushi ihre Kinder Anfang des 18. Jahrhunderts nicht einmal mehr die Hinrichtung üben, da sie meinten, dass es keine ehrenvolle Angelegenheit sei.
Aufgrund der scharfen Kritik, die Yamamoto Tsunetomo am Werteverfall des Kriegerstandes übt, gibt es auch Meinungen, die behaupten, dass es sich bei dem Titel "Hagakureg um eine Anspielung handele. Man kann ihn auch als "fallende Blatterg übersetzen, wodurch sich eine Metapher für den Niedergang des Kriegerstandes und seiner bushido-Ideologie ergab.
3.1 Aufbau des Werkes
Das Buch "Hagakureg ist nicht in fortlaufenden Kapiteln geschrieben, sondern besteht zu Grosteilen aus Regeln, Hinweisen, Ratschlagen und repräsentativen Erzahlungen zur Verdeutlichung des Gesagten. Der Inhalt ist nicht nach einer bestimmten Struktur aufgebaut. Der Autor kommt schnell auf den Punkt und verstrickt sich nicht in längere Ausführungen. Das Werk basiert auf den Erfahrungen von Yamamoto Tsunetomo und Geschichten, die ihm erzahlt wurden.
Die Ratschlage und Regeln erläutern dem Leser, wie er sich als bushi in bestimmten Situationen zu verhalten hat. Eine Vielzahl von Themen wird in diesem Zusammenhang behandelt. Hierbei geht es unter anderem um gute Manieren, Höflichkeit, Etikette, Hygiene, Mode, Prüfungsvorbereitung, Kindererziehung, Selbstkritik, Loyalität, Verhalten in zwischenmenschlichen Beziehungen und in Streitigkeiten. Der Autor gibt aber auch den Rat, dass ein Krieger sein Leben genießen soll, dass der Respekt vor dem Alter haben soll, dass er sich Fehler eingestehen und sie korrigieren muss oder dass er immer freundlich und zuruckhaltend auftreten soll. Anhand von Kurzgeschichten stellt der Autor auch den Werteverfall des Kriegerstandes dar oder er gibt Tipps zur Kriegsführung. Überaus wichtig ist die Aufforderung an den Leser, dass er seine eigenen Wurzeln und Traditionen kennen muss und sich in der Geschichte seiner Heimat auskennen sollte, da er einem Interessierten sonst keine Auskünfte über sein Herkunftsland geben kann. Aus diesem Grund erklärt Yamamoto auch Teile der Geschichte des Nabeshima-Klans anhand von Beispielen.
3.2 Anwendbarkeit der Erkenntnisse im 21. Jahrhundert
Das Buch wurde vor circa 300 Jahren verfasst, als sich die gesellschaftlichen und politischen Gegebenheiten stark von der heutigen uns bekannten Gesellschaft und Staatsform unterschieden. In erster Linie ist das Werk für Personen sehr interessant, die sich mit der Geschichte Japans oder der Kampfkünste beziehungsweise der kriegerischen Vergangenheit Japans beschäftigen. "Hagakureg liefert Einblicke in die Gedankenwelt des bushi Yamamoto Tsunetomo, der die Angehörigen seines Standes zur Wahrung der Tradition aufruft und der selbst nach seinen Weisheiten lebte. Zu diesem Zweck orientierte er sich am Verhaltenskodex bushido und erläuterte wie sich ein Krieger, der sich auf dem richtigen Weg befindet, seiner Ansicht nach zu handeln habe. Er lieferte viele Beispiele für die reelle Anwendung der bushido-Regeln im alltäglichen Leben.
In "Hagakureg werden Hinweise zur Bildung eines starken und vielseitigen Charakters gegeben. Der Autor erläutert, dass man durch seine eigenen Fehler lerne und durch das Eingestehen und Korrigieren dieser Fehler seine Schwachen überwinde. Außerdem sei es wichtig seine Taten ständig selbstkritisch zu betrachten und sogar Mitmenschen um Kritik an der eigenen Person zu bitten, wodurch man seine Schwachen aufgezeigt bekommt. Hiermit gibt er einen Ratschlag, der heute genau wie vor 300 Jahren Gültigkeit besitzt. Darüber hinaus sagt Yamamoto, dass es wichtig sei, sich nicht auf dem Erreichten auszuruhen, sondern einen hungrigen Geist aufrechtzuerhalten und nach neuen Zielen zu streben. Das gesamte Leben hindurch solle man sich Vorbilder schaffen, denen es nachzueifern gilt. Yamamoto erklärt, dass ein Fachmann trotz des Wissens um seine Überlegenheit gegenüber anderen nicht überheblich auftreten durfte, da sonst seine Konzentration nachlasse und er nicht sein Bestes geben konnte. Dies gilt für sämtliche Bereiche. Auch diese Weisheit wird in zeitgenossischen Werken häufig aufgegriffen.
Darüber hinaus wir der Hinweis gegeben, dass man allen Mitmenschen und besonders älteren Leuten freundlich und respektvoll begegnen und sich mit ihnen gut stellen soll. Befolge man dies, so werde man keine schlechten Erfahrungen im Umgang mit anderen Menschen haben. Diese Äußerung verdeutlicht die Aktualität der Ausführungen von Yamamoto Tsunetomo, selbst 300 Jahre nach der Niederschrift
4. Schlussfolgerung
Es heißt, dass die Lektüre der Werke "Hagakureg von Yamamoto Tsunetomo und "Buch der fünf Ringeg von Miyamoto Musashi Charaktereigenschaften vermitteln, die für Führungskräfte unabdingbar sind, um in der heutigen Geschäftswelt erfolgreich zu sein, indem sie einen möglichst großen Gewinn für das Unternehmen erzielen. Beispielsweise spricht der Autor davon, dass man sich vollkommen auf ein Ziel konzentrieren solle und dass sich durch einen starken Willen jedes noch so unmöglich erscheinende Ziel erreichen ließe. Zusätzlich ist zu lesen, dass man mit großer Anstrengung alles erreichen könne. Weiter schreibt er: "Wenn etwas so schwierig ist, dass du es alleine scheinbar nicht bewältigen kannst, dann verdopple einfach deine Anstrengungg (Yamamoto 2002: 106). Hiermit wird ausgedruckt, dass das Erreichen eines Ziels immer in den eigenen Handeln liegt. Somit muss man bereit sein, seine gesamte Kraft in die Erfüllung des Ziels zu investieren und sich kompromisslos dafür einzusetzen. Auf diese Weise kann man alles erreichen.
Dieser Ratschlag ist wichtig für die Charakterbildung eines Menschen. Es lohnt sich, diesen Hinweis Yamamotos in jeder Lebenslage zu beherzigen. Sei es zum Beispiel bei der Vorbereitung auf eine Prüfung in der Schule, am Ausbildungsplatz, in der Universität oder bei einer wichtigen Entscheidung in Bezug auf den zukünftigen Lebens- oder Berufsweg. Natürlich kann auch eine Führungskraft, die diese Philosophie verinnerlicht, ehrgeizige Unternehmensziele erreichen. Dies ist aber nicht die Intention des Buches. Die Wichtigkeit des Werkes für die Geschäftswelt und die Übertragbarkeit der Weisheiten auf bestimmte Unternehmensbereiche dürfen aus diesem Grund nicht überbewertet werden. Sicherlich ist "Hagakureg kein Handbuch, das dem Leser verrat, wie er möglichst schnell reich, erfolgreich und berühmt wird.
Vielmehr vermittelt es Tipps zur Bildung einer starken Persönlichkeit und gibt dem Leser Hinweise für das alltägliche Leben. In diesem Hinblick sind die Andeutungen als reine Lebensweisheiten zu verstehen, die aus dem Zusammenhang mit dem bushido herausgelost werden müssen. Welche Erkenntnisse der Leser durch die Lektüre erlangt, ist abhängig davon, mit welcher Einstellung er "Hagakureg liest. Das Werk eignet sich für Personen mit Interesse an japanischer Kulturgeschichte und an Kampfkünsten genauso wie für Menschen ohne Japankenntnisse, die die Weisheiten und Anekdoten von Yamamoto Tsunetomo auf ihr eigens Leben übertragen wollen, um ihren Charakter zu festigen.
5. Anhang
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Erklärung japanischer Begriffe |
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bakufu |
Militärregierung in Edo |
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bushi |
japanischer Krieger |
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bushido |
Der Weg des Kriegers (Verhaltenskodex der bushi) |
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junshi |
Gefolgstod (Selbstentleibung, um dem Herren in den Tod zu folgen bzw. voranzugehen) |
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Mochiki Nabeshimake Hon |
Aufzeichnungen des Hauses Nabeshima |
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seppuku |
rituelle Selbstentleibung |
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tozama |
Bezeichnung für lokale Machthaber, die sich erst nach ihrer Niederlage in der entscheidenden Schlacht von Sekigahara im Jahr 1600 dem Sieger Tokugawa Ieyasu unterwarfen |
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Zeitperioden |
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Sengoku-Zeit |
1467-1568 |
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Tokugawa-Zeit |
1603-1868 |
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6. Literaturverzeichnis
Yamamoto, Tsunetomo (2002): "Hagakure " Das Buch des Samurai." München: Droemersche Verlagsanstalt. [Originalausgabe 1979 mit dem Titel "Hagakure " The Book of the Samuraig erschienen bei Kodansha International].
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