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DOJO LEIPZIG46. Mittelschule - Demmeringstraße |
Presseartikel der LVZ vom Donnerstag, 5. November 1998

| "Die Kampfkunst Karate ist für mich wie eine Sucht" Vize-Europameister Falko Seppelt nennt Erfolg einen schönen Nebeneffekt |
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| Zum Titel hat das Quentchen Glück ge- fehlt. Dennoch ist der Wahl-Leipziger Falko Seppelt über seinen zweiten Platz bei den Europameisterschaften im Karate glücklich. "Diese Kampf- kunst ist wie eine Sucht für mich. Der Erfolg ein schöner Nebeneffekt", sagt Seppelt. Bei den kontinentalen Titel- kämpfen im Fürstentum Liechtenstein gewann der 34jährige in der Kategorie Waffen-Kata die Silbermedaille. Bei einer Kata - japanisches Wort für Form - muß der Teilnehmer einen festgelegten Bewegungsablauf durch- führen. Bei dieser Disziplin gibt es kei- nen Körperkontakt, die exakte Ausfüh- rung der Bewegungen steht im Vorder- grund. Doch auch im Kampf Mann ge- gen Mann macht Seppelt eine gute Figur. In der Gewichtsklasse über 85 kg belegte der gebürtige Naumburger bei den Weltmeisterschaften in St. Pe- tersburg, Ende Juni, den dritten Platz. Seine Erfolge hat er vor allem sei- nem Lehrmeister Wladimir Dexbach zu verdanken. Dexbach ist Russe und |
kam vor 16 Jahren nach Halle. Er kre- ierte das "Shorai-Do" Kempo. "Shorai- Do" ist japanisch und heißt "der Weg in die Zukunft". Der Ausdruck "Kem- po" ist der Oberbegriff für die ostasia- tischen Kampfkünste. "Beim Shorai-Do liegt der Schwer- punkt nicht so sehr auf dem Wett- kampf, es ist eine Art Lebensschule. Ausdauer, Geduld und Selbstdisziplin sind sehr wichtig", betont Seppelt. Vor vier Jahren eröffnete der Baumaschi- nist den ersten und bislang einzigen Dojo für diese Kampfrichtung in Leip- zig. 25 Freunde der ostasiatischen Kul- tur und Kampfkunst - den Ausdruck Sportler mag der Dojo-Leiter nicht - treffen sich regelmäßig in der Turnhal- le der 46. Mittelschule in der Leipziger Demmeringstraße. Dort stehen sie sich dann in der schwarzen Kampfklei- dung, der sogenannten Gi, gegenüber und trainieren die verschiedenen Ka- tas, das "Shorai-Do" besitzt sieben vor- gegebene Bewegungsabläufe, den Halb- und Vollkontakt. |
Vor allem die Jüngsten sind mit sehr viel Enthusiasmus dabei. Doreen Tuschl gehört seit zwei Jahren dem Dojo von Falko Seppelt an und will sich vor allem verteidigen können. Doch auch die ostasiatische Kultur und der Hintergrund dieser Kampfkunst, sei sehr interessant. Das gemeinsame Ziel sei der schwarze Gürtel, der höch- ste Schülergürtel. "Doch dafür muß man alles können", weiß Nadine Fi- scher. Neben den zehn Stunden Unterricht, die Seppelt in der Woche gibt, trainiert er noch zwei Stunden bei seinem Sen- sei Dexbach. Darüber hinaus verbringt er sehr viel Zeit im Kraftraum beim Sandsack- und Konditionstraining. Nicht mitgerechnet sind die umfang- reichen Studien der ostasiatischen Kultur. Seinen großen Traum, eine Reise nach Japan, konnte er bisher noch nicht verwirklichen. Doch ein Ab- stecher nach Nippon ist fest in seinen Zukunftsplänen verankert. Christian Schönhals |
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